Was ist Inflation?

Die Preise in Deutschland steigen: 1,9 Prozent Inflation im Januar 2017, so teilte das Statistische Bundesamt kürzlich mit. Diese Entwicklung liegt vor allem an den schwankenden Preisen für Benzin und Heizöl.

Aber was ist eigentlich Inflation und wie kommt sie zustande?

Was ist Inflation?

Die Preise von Waren und Dienstleistungen schwanken. Mal ist der Liter Milch teurer, dann wieder günstiger. Von Inflation spricht man jedoch erst, wenn sich zeigt, dass die Preise für alle Güter kontinuierlich steigen. Die Konsequenz: Für einen Euro kann man sich weniger kaufen als zuvor. Er ist weniger wert.

Wie kommt es zu Inflation?

Für steigende Verbraucherpreise gibt es verschiedene Ursachen, die häufig auch gemeinsam auftreten. Zum Beispiel, wenn die Nachfrage größer ist als das Angebot. Oder, wenn sich die Kosten für Unternehmen verändern, also etwa Rohstoffe teurer werden oder Löhne steigen. Um weiterhin Gewinne zu machen, geben sie erhöhte Kosten an Verbraucher weiter. Auch wenn die Zentralbanken einem Staat mehr Geld zukommen lassen, steigt die Inflation. Denn: Wo es mehr Geld gibt, kann auch mehr Geld ausgegeben werden. Es kommt zu einer erhöhten Nachfrage und daraufhin zu einem Preisanstieg.

Wie wird Inflation gemessen?

Ein typischer Einkaufswagen an einem Samstag: ein Brot, Milch, Käse, etwas Fleisch und eine Flasche Wein. Notiert man nun die nächsten Male immer wieder die Preise für diese Lebensmittel, kann anhand dieser Auflistung erkannt werden, wie die Preise fallen oder steigen. Um die Inflation zu messen, tut man genau das. In einem imaginären Warenkorb liegen hier die Produkte, die ein deutscher Durchschnittshaushalt benötigt. Darin zu finden sind unter anderem die Ausgaben für eine Wohnung, Wasser, Gas, Nahrungsmittel, Gesundheit und Freizeit. Gemeinsam ergibt sich daraus der sogenannte Verbraucherpreisindex, auf Basis dessen dann die Inflationsrate errechnet wird.

Es geht auch andersherum: Deflation

Sinken Preise langfristig, so dass Sie sich für einen Euro mehr leisten können, spricht man von einer Deflation. Die Gründe hierfür sind ebenfalls unterschiedlich. Ist das Angebot größer als die Nachfrage, fallen die Preise. So etwas passiert in etwa, wenn weniger Güter in den Export gehen und daraufhin im eigenen Land bleiben. Doch auch wenn die Produktion oder Beschäftigung eines Staates sinkt, kann es zur Deflation kommen. Verbraucher reagieren darauf mit weniger Konsum, um sich für schwierige Zeiten vorzubereiten. Unternehmen produzieren daraufhin weniger, machen weniger Gewinn und müssen als Folge dessen Löhne senken oder Mitarbeiter entlassen.

Wie viel Inflation ist normal?

Die Folgen von Inflation und Deflation zeigen: Ein extremer Preisanstieg oder -verfall ist nicht wünschenswert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat deshalb den Auftrag, für Preisstabilität und somit für eine solide Wirtschaft zu sorgen. Eine Inflationsrate von null bis zwei Prozent gilt als ungefährlich. Ein Anstieg von jährlich zwei Prozent ist sogar erwünscht, da so kontinuierlich die Wirtschaft wächst. Gleichzeitig ist dieses Wachstum für Haushalte kaum spürbar.

 

 

Katja Rauscher
Referentin Kommunikation

 

 

 

 

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