Was die Deutschen übers Geld denken – Vermögensbarometer 2017

So richtig gern reden die Deutschen ja nicht über Geld. Wer trotzdem mehr darüber wissen möchte, wie Menschen hierzulande mit ihren Finanzen umgehen, sollte sich das Vermögensbarometer* des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) ansehen.

Jährlich befragt der DSGV zusammen mit einem Marktforschungsinstitut Menschen zu ihrer finanziellen Situation, zu ihren Gedanken über Geld, zu Finanzprodukten und Trends bei der Anlage. Das Vermögensbarometer zeigt also nicht nur eine Momentaufnahme, sondern auch, wie sich die Einstellung der Deutschen zum Geld im Laufe der Jahre verändert hat.

Die Deutschen sind so zufrieden, wie lange nicht

Die Deutschen, eine Nation der Pessimisten? Die Zahlen des Vermögensbarometers sagen etwas anderes. Im Jahr 2017 sind die meisten mit ihrer finanziellen Situation zufrieden. Auf die Frage, wie sie ihre finanzielle Situation bewerten würden, antworteten 59 Prozent der Teilnehmer mit „gut“ oder „sehr gut“. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Finanzkrise im Jahr 2007.

Im Mittel sind die Deutschen also glücklich mit ihren Finanzen, wobei sich die Werte in den einzelnen Bundesländern erheblich unterscheiden:

  • Hamburger erreichen deutschlandweit den Höchstwert – 67 Prozent der Befragten bezeichnen sich als finanziell gut gestellt.
  • Baden-Württemberg und Bayern liegen mit je 59 Prozent im Durchschnitt.
  • Etwas pessimistischer sind Brandenburger. Nur 48 Prozent der dort wohnenden Menschen beurteilen ihre finanzielle Lage als „gut“ oder „sehr gut“.

Trotz der guten Einschätzung wollen 19 Prozent der Befragten ihr Konsumverhalten künftig einschränken.

Über diese Entwicklungen sind die Deutschen besorgt

Die Mehrheit der Deutschen macht sich Sorgen, wenn es ums Sparen geht. 53 Prozent der Menschen geben an, dass sie das Zinsniveau und die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank beunruhigt. So halten 64 Prozent der Befragten im Vermögensbarometer einen Anstieg der Zinsen für wichtig oder sehr wichtig.

Nur junge Menschen geben sich hier etwas optimistischer. Dabei müssten gerade junge Menschen schlechte Laune wegen der Zinsen haben. Weil sie am Anfang ihrer Vermögensbildung stehen, wird sie der niedrige Zins beim Sparen stark einschränken. Bei vielen Anlagemodellen fällt dann nämlich ein kaum nennenswerter Ertrag über den Zins ab. Und das wird sich vor allem bei der Altersvorsorge drastisch bemerkbar machen. 

Gleichzeitig sagt rund ein Viertel der Deutschen: Ich sorge nicht vor. Und bei den 18- bis 29-Jährigen bezeichneten sich sogar 36 Prozent als Nicht-Vorsorger.

 

 

Was sich seit der Finanzkrise geändert hat

Es gibt natürlich immer Favoriten beim Vermögensaufbau. Seit Beginn der Finanzkrise 2007 und der darauf folgenden Zinssenkung hat sich dabei allerdings einiges verändert.

2007 hielten noch die meisten Lebens- und Rentenversicherungen für die besten Sparformen. Im Zehnjahresvergleich haben sich bei beiden die Beliebtheitswerte halbiert. Nur noch jeder vierte Deutsche hält eine Lebensversicherung für den richtigen Weg beim Sparen. Bei der Rentenversicherung ist es ähnlich.

An die Spitze der favorisierten Produkte zum Vermögensaufbau hat sich das Eigenheim gesetzt. Für 54 Prozent der Deutschen ist die selbstgenutzte Immobilie der wichtigste Anker beim Vermögensbaufbau.

Spannend dabei: Im Vergleich zu 2016 ist der Trend leicht rückläufig. Steigende Haus- und Wohnungspreise machen sich hier möglicherweise seit dem vergangenen Jahr bemerkbar.

 

 

*Hintergrund zum Vermögensbarometer

Für das Vermögensbarometer wurden im Frühsommer 2017 vom Meinungsforschungsinstitut Kantar Added Value insgesamt 2.884 Menschen in Deutschland befragt.

 

 

 

 

 

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