Post SV und Sparkasse fördern die Integration von Flüchtlingen durch Schwimmkurse

Im vergangenen Sommer häuften sich die Meldungen über Ertrunkene in deutschen Badeseen, von zahlreichen leichten Badeunfällen ganz abgesehen. Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) stellte Ende 2016 sogar fest, dass die Schwimmfähigkeit von Kindern und Jugendlichen in den vergangenen 20 Jahren von 90 auf 60 Prozent zurückging. Auffällig ist, dass besonders häufig Jugendliche und junge erwachsene Flüchtlinge zu den Opfern zählen.

Post SV Schwimmbad Leiterin Katharina Hörath und Benny Jung (Sportreferent Sparkasse Nürnberg) mit zwei Flüchtlingen bei der ersten Schwimmstunde.

Mit unserem Partner, dem Post SV Nürnberg, führen wir regelmäßig Gespräche über die unterschiedlichsten Sportthemen, welche die Region bewegen. Im Herbst letzten Jahres kamen wir so auch auf das Thema der Badeunfälle von Nichtschwimmern zu Sprechen. Als Verein mit eigenem Schwimmbad hat der Post SV seit jeher den Anspruch dieser Problematik mit einem großen Angebot an Schwimmkursen für Mitglieder und Nichtmitglieder entgegenzuwirken.

Gerade der hohe Anteil an Flüchtlingen, die beim Baden verunglückten, beschäftigte uns genauso wie Bayerns größten Breitensportverein. Die Zielsetzung war klar: Wir wollten Flüchtlingen das Schwimmen beibringen und einen Beitrag zu deren Integration in die Gesellschaft leisten. Als Vermittler holten wir den  SportService Nürnberg mit ins Boot, der unter dem Motto „Sport integrativ“ schon seit einiger Zeit die Integration von geflüchteten Menschen über den Sport vorantreibt. Auch mit den betreuenden Stellen dieser Menschen arbeitet er eng zusammen. In Hersbruck hatten wir 2015 bei der Realisierung eines ähnlichen Projekts durch die Wasserwacht geholfen.

Wir kümmerten uns dann um das, was wir am besten können – die Finanzierung. Mit einer Spende brachten wir das Projekt ins Rollen. Im April 2017 ist es nun endlich soweit: Der Post SV bietet freie Plätze in seinen Anfängerschwimmkursen für Flüchtlinge an. Heute bei der ersten Schwimmstunde unserer „Testpiloten“ schaute ich gemeinsam mit Andrea Ackermann vom SportService Nürnberg und Post SV Geschäftsführer Andreas Neugebauer in der Schwimmhalle am Ebensee vorbei. Für die Flüchtlingen hatte ich Schwimmbretter dabei, die wir passenderweise mit einem Seepferdchen-Piktogramm bedrucken hatten lassen.

Bei dem Kurs geht es nicht nur darum, den Flüchtlingen das Schwimmen zu lernen, sondern ihnen generell die Baderegeln wie z.B. ein gefahrreduzierendes Verhalten im sowie am Wasser näher zu bringen. Dieses Wissen sollen die Flüchtlinge als Multiplikatoren dann auch mit ihren Landsleuten teilen.

Bei der Schulung der Multiplikatoren hat der Sport natürlich einen entscheidenden Vorteil gegenüber anderen Unterrichtsmethoden: Der Mensch lernt am Einfachsten durch Nachahmung. Das Problem mit Sprachbarrieren ist also deutlich reduziert. Da die Flüchtlinge in reguläre Anfängerkurse integriert werden, dürfte der wöchentliche Kontakt mit Muttersprachlern auch ihre Integration in die Gesellschaft beschleunigen.

Wenn die Integration der Flüchtlinge in die Anfängerschwimmkurse des Post SV in diesem Jahr gelingt und vor allem von den Mitgliedern der Schwimmabteilung des Post SV angenommen wird, werden wir das Projekt im kommenden Jahr gemeinsam weiter ausbauen.

Sportliche Grüße,

 

Benjamin Jung
Referent für Sport

 

 

 

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