So wichtig ist eine hohe Tilgung bei der Immobilienfinanzierung

Eine Immobilie zu kaufen ist derzeit sehr billig – zumindest, wenn es um die Zinsen geht. Die Preise für Wohnraum dagegen sind in vielen Regionen regelrecht explodiert. Wer also jetzt kauft, braucht oft einen hohen Kredit. Und das kann in der Zukunft zum Problem werden.

Eine Immobilie ist eine prima Geldanlage, denn sie ist wertbeständig. Allerdings ist Wohneigentum in vielen Regionen Deutschlands sehr teuer geworden. In München beispielsweise legt man für 60 bis 80 Quadratmeter 300.000 bis 400.000 Euro auf den Tisch. Günstiger kauft man in Essen: Dort kosten 80 Quadratmeter um die 100.000 Euro.
Egal ob München oder Essen: In beiden Fällen wird ein Käufer einen Kredit aufnehmen müssen, um die Immobilie abzuzahlen. Und da liegt das Problem: Zwar ist der Kredit sehr billig, wer aber nicht hoch genug tilgt, zahlt trotzdem ewig ab.

Beispiel Essen: Der Käufer hat 25 Prozent Eigenkapital. Er benötigt also einen Kredit in Höhe von 75.000 Euro. Den bekommt er schon ab etwa 2,5 Prozent Sollzins. Tilgt er mit nur 1 Prozent, zahlt er im Monat rund 220 Euro zurück. Das ist weniger, als viele Menschen monatlich für die Miete zahlen. Die Krux: Läuft die 15-jährige Zinsbindungsfrist aus, hat er noch eine Restschuld von über 60.000 Euro. Sind jedoch die Zinsen innerhalb dieser 15 Jahre gestiegen, kann der Käufer im schlimmsten Fall die monatlichen Raten nicht mehr bedienen. Tilgt er mit 2 Prozent, bleibt nach 15 Jahren eine Restschuld von knapp 48.000 Euro übrig. Die monatliche Rate liegt in diesem Fall bei rund 280 Euro. Kann der Käufer mit 3 Prozent tilgen, zahlt er 350 Euro im Monat und hat nach 15 Jahren noch eine Restschuld von etwa 35.000 Euro.

Beispiel München: Auch hier hat der Käufer 25 Prozent Eigenkapital. Er muss also ein Darlehen von 300.000 Euro aufnehmen. Seine Rate liegt bei einer Tilgung von nur 1 Prozent schon bei gut 875 Euro. Bei einer Tilgung von 2 Prozent zahlt er eine Rate von etwa 1.130 Euro – eine Summe, die sich längst nicht jeder leisten kann. Am Ende der Zinsbindungsfrist bleibt ihm dann eine Restschuld von über 190.000 Euro. Sollten die Zinsen bis zu diesem Zeitpunkt auf beispielsweise 5 Prozent gestiegen sein, muss er von da an bereits rund 1.500 Euro im Monat aufbringen, um mit nur 1 Prozent weiter zu tilgen. Steigen die Zinsen weiter, zahlt er dementsprechend mehr.

Fazit: Wenn Sie jetzt eine Immobilie kaufen wollen, sollten Sie sich von Ihrem Sparkassenberater genau durchrechnen lassen, was Sie sich leisten können. Bedenken Sie schon heute die Folgen einer Zinssteigerung zum Ende der Zinsbindungsfrist, und tilgen Sie so hoch wie möglich.

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