Neues Jahr, neues Glück?!

Neue Grenzen, Abgaben und Zulagen. Der Jahreswechsel naht. Und mit ihm ein paar Änderungen, die euch interessieren könnten. Denn die meisten von uns werden es spätestens im Geldbeutel spüren. Damit es hier keine bösen Überraschungen gibt, haben wir das Wichtigste für euch zusammengefasst. 

Steuer und Sozialversicherung

Die Beitragsbemessungsgrenzen in der Sozialversicherung werden neu festgelegt. Gemeint sind damit die Werte, bis zu denen Beiträge fällig sind. Dadurch müssen Gutverdiener im kommenden Jahr höhere Sozialabgaben zahlen

In der gesetzlichen Renten- und Arbeitslosenversicherung steigen die Beitragsbemessungsgrenzen auf 6.500 Euro in den westlichen Bundesländern und auf 5.800 Euro im Osten. In der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung steigt sie auf 4.425 Euro. Die Versicherungspflichtgrenze wird auf 4.950 Euro angehoben. Erst wer mehr verdient, kann die gesetzliche Krankenkasse verlassen und darf komplett in die Privatversicherung wechseln.

Das steuerfreie Existenzminimum (auch Grundfreibetrag genannt) steigt auf 9.000 Euro (Zusammenveranlagung: 18.000 Euro). Erst wenn das zu versteuernde Einkommen den Grundfreibetrag übersteigt, müsst ihr Einkommensteuer bezahlen.

Der Einkommensteuertarif wird mit dem Ziel geändert, die kalte Progression auszugleichen. Das ist die Steuermehrbelastung, die dadurch eintritt, dass auch auf denjenigen Teil einer Bruttolohnerhöhung Einkommensteuer gezahlt werden muss, der lediglich den Kaufkraftverlust ausgleicht. Dazu werden die Eckwerte des Tarifs um die vorab geschätzte Inflationsrate des Vorjahres erhöht.

Mutterschutz

Zukünftig schützt das Mutterschutzgesetz auch Studentinnen, Schülerinnen und Auszubildende. Die Arbeitgeber werden nun auch noch deutlicher verpflichtet, Arbeitsplatz und -Bedingungen so zu gestalten, dass eine Schwangerschaft nicht gleich das Aus für die Karriere bedeuten muss. 

Kinderfreibetrag und Kindergeld

Die jährlichen kinderbedingten Freibeträge werden auf insgesamt 7.428 Euro angehoben. Mit diesem Betrag soll das verfassungsrechtlich garantierte Existenzminimum des Kindes steuerfrei gestellt werden. Der Kinderfreibetrag wird vom zu versteuernden Einkommen abgezogen und wirkt sich dadurch bei der Berechnung der Einkommensteuer steuermindernd aus.

Das monatliche Kindergeld steigt auf 194 Euro, jeweils für ein oder zwei Kinder. Für das dritte Kind gibt es
200 Euro, für das vierte und jedes weitere Kind 225 Euro.

Pauschale Steuer bei Investmentfonds

Ziel der Änderung ist es unter anderem, Steuerschlupflöcher zu schließen sowie in- und ausländische Fonds nach derselben Systematik zu besteuern. Künftig werden alle Investmentfonds anhand einer Pauschale besteuert. Deutsche Fonds zahlen dann auf bestimmte Erträge 15 Prozent Körperschaftsteuer. Damit es nicht zu einer Doppelbelastung kommt, werden Ausschüttungen und Veräußerungsgewinne bei den Fondsanlegern teilweise von der Besteuerung freigestellt. Zudem sind ab 2018 vor 2009 gekaufte Fonds nicht mehr steuerfrei (Freibetrag von 100.000 Euro).

Wohnriester-Zulage

Die Grundzulage bei Wohn-Riester-Verträgen steigt von 154 auf
175 Euro
. Wichtig: Damit eure Beiträge voll gefördert werden, müsst ihr mindestens vier Prozent eures sozialversicherungspflichtigen Einkommens des Vorjahres in einen zertifizierten Wohn-Riester-Sparvertrag anlegen.

 

Stephanie Öttl
Referentin Kommunikation

 

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Quellen: Deutscher Sparkassenverlag, bmfsfj.de

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