Nachhaltiges Engagement – Sparkasse Nürnberg gegen Armut: 25.000 Euro-Spende für Nürnberger Armutsprojekte

Nürnberg (SN). Die Zahlen sind alarmierend und stetig steigend: Nahezu jedes dritte Kind in Nürnberg lebt in Armut oder ist von Armut bedroht; fast 6.000 Nürnberger Bürger über 64 Jahre bezogen Ende des Jahres 2013 Grundsicherung im Alter; 22 Prozent der Stadtbewohner leben von einem monatlichen Einkommen in Höhe von maximal 930 Euro.
Gute Gründe und ausreichend Betätigungsfelder für die Sparkasse Nürnberg, um sich hier zu engagieren.

25000Gemeinsam aktiv gegen Armut und mit 25.000 Euro unterstützt von der Sparkasse: (v.l.) Roland Stubenvoll (Caritas Straßenambulanz), Sabine Felser (Straßenkreuzer), Thomas Staudigl (Nürnberger Forum Altenhilfe), Dr. Michael Kläver (stv. Vorstandsmitglied der Sparkasse Nürnberg), Erika Boos und Holger Pruy (Evangelisches Stadtteilhaus leo), Bianca Großkreuz (Stadtmission Nürnberg), Karin Mack (Evangelische Fachstelle Alleinerziehende Nürnberg) sowie Reiner Prölß (Referent für Jugend, Familie und Soziales bei der Stadt Nürnberg).

„Armut hat viele Gesichter: soziale Notlage, Bildungsarmut, Kinderar-mut oder Altersarmut. Armut trifft vereinsamte Menschen stärker als Menschen, die in einer Gemeinschaft leben. Deshalb unterstützt die Sparkasse Nürnberg gezielt Projekte, die Teilhabe an Gemeinschaft ermöglichen oder versuchen, Kinder, Jugendliche und alte Menschen mit speziellen Angeboten vor Armut zu schützen“, sagt das stellvertretende Sparkassen-Vorstandsmitglied Dr. Michael Kläver in einer Gesprächsrunde gegen Armut mit Verantwortlichen der Stadt, Initiatoren und Betroffenen. Das Kreditinstitut setzt bereits seit Jahren im Rahmen seines gemeinnützigen Engagements ein Ausrufezeichen gegen Armut. Alleine im ersten Halbjahr 2014 wurden insgesamt 13 Projekte mit 25.000 Euro unterstützt.

Die Spenden verteilen sich auf:

  • Projekte im Rahmen des Corporate Volunteering Tags
    (Nürnberger Netzwerk „Unternehmen Ehrensache“)
    Der diesjährige Corporate Volunteering Tag (CVT), der das Mitarbeiterengagement in Firmen fördern und Projekte von gemeinnützigen Einrichtungen verwirklichen soll, fand Anfang Juni in St. Leonhard/Schweinau statt. Der Nürnberger Stadtteil gilt als sozial benachteiligt und benötigt Hilfe in vielfältiger Weise. Alle Projekte, die verwirklicht wurden, kommen Menschen zugute, die von Armut bedroht oder bereits betroffen sind.
    Als Partner des Netzwerks gestaltete die Sparkasse Nürnberg mit einem Team aus elf Mitarbeitern eine Spielecke im Kinder- und Jugendhaus Bertha und renovierte Basketballplatz und Badmintonfeld. Sie spendete außerdem direkt an verschiedene Einrichtungen in St. Leonhard/Schweinau, die am CVT 2014 beteiligt waren. Dazu gehören Kunstprojekte des Arbeitskreises Asyl, der verschönerte und neu bepflanzte Pausenhof der Grund- und Mittelschule St. Leonhard, der „Ambulante Hilfe“-Raum im SOS Kinderdorf/Mehrgenerationenhaus und der Jugendtreff Oase.
  • Straßenkreuzer
    Der Verein Straßenkreuzer will Menschen in sozialer Not helfen, sich selbst zu helfen. Seit 1994 gibt der Verein eine gleichnamige Zeitschrift heraus, die arme und obdachlose Menschen für 1,80 Euro verkaufen. Hinzu kommen Sonderveröffentlichungen und seit 2002 eine jährliche Musik-CD von Künstlern aus dem Großraum Nürnberg.
    Wenn Verkäufer regelmäßig und zuverlässig Hefte verkaufen, empfehlen sie sich damit für eine Festanstellung. Der regelmäßige Verkauf soll ihnen eine berufliche Perspektive bieten und beim Wiedereinstieg in das soziale Leben unterstützen. Seit 2008 bietet der Verein unter dem Titel „Schicht-Wechsel“ auf vier Routen Stadtführungen an „Orte der Armut und der Hilfe“ an – inzwischen ist ein Verkäufer auch als Stadtführer angestellt. Seit 2010 gibt es die Straßenkreuzer Uni, die es Menschen ermöglicht, an einem barrierefreien Bildungsangebot teilzunehmen.
  • „Netz gegen Armut“ (Stadt Nürnberg und BRK)
    Das Nürnberger „Netz gegen Armut“ initiiert seit 2007 jährlich die Schulmittelaktion. Hierfür sammelt das Bayerische Rote Kreuz (BRK) sehr gut erhaltene oder neuwertige Schulmaterialien wie Taschen, Stifte, Bücher oder auch Geld von Unternehmen und Privatpersonen. Die Aktion verdeutlicht, dass sich Kinderarmut auch in der Schule abspielt. Dort wird sie vor allem durch unzureichende Lern- und Schulmittelausstattung sichtbar. Das „Netz gegen Armut“ will Kindern Zukunftschancen eröffnen. Grundlegende Bedeutung hat hier ein erfolgreicher Schulbesuch, dessen materielle Ausstattung für einkommensschwache Familien eine große Belastung darstellt.
    2013 konnten 869 Kinder mit Schulmaterialien ausgestattet werden.
  • Nürnberger Forum Altenhilfe
    Beim Projekt „Bezuschusster Mittagstisch für bedürftige Seniorinnen und Senioren in Nürnberg“ können ältere Menschen bei 27 Anbietern in den Genuss eines um zwei Euro vergünstigten Mittagsessens kommen. Nürnberger Seniorinnen und Senioren, die im Besitz des Nürnberg-Passes sind und/oder Anspruch auf Grundsicherung haben, erhalten so eine ausgewogene und gesunde Kost und essen in Gemeinschaft. Das fördert die Kommunikation und wirkt einer Vereinsamung im Alter entgegen. Gleichzeitig erhalten die Gäste einen Zugang zu verschiedenen Beratungsangeboten.
    Aktuell werden ca. 1.450 Essen pro Quartal ausgegeben.
  • Sleep In (Stadt Nürnberg)
    Das Sleep In ist ein Jugendhilfeangebot in Form einer betreuten Notschlafstelle für 14- bis 21-Jährige. Sie finden dort nicht nur eine Grundversorgung, sie können auch, wenn sie das wollen, von pädagogischen Fachkräften beraten werden. Übernachtungen sind an maximal sechs Nächten pro Monat möglich, die weiteren Leistungen (Beratung, Duschen, Kochen, etc.) stehen den jungen Menschen an jedem Tag zur Verfügung.
  • Impfstoffe für Kinder (Caritas Straßenambulanz)
    Neben der medizinischen und pflegerischen Basisversorgung bietet die 1995 gegründete Straßenambulanz Franz von Assisi in der Straßburger Straße ein vielfältiges ambulantes Pflege-, Hilfs-, Betreuungs- und Freizeitangebot.
    Seit 2004 hält ein Arzt in der Straßenambulanz an jedem Wochentag Sprechstunden für Wohnungslose, Kranke und sozial Bedürftige ab, ein Team aus haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern, Ordensfrauen und Laien unterstützen bei anderen Aufgaben.
    Pro Tag kommen bis zu 50 Hilfesuchende zur Straßenambulanz, darunter 6-jährige Kinder, die noch nicht geimpft sind oder Schwangere im achten Monat, die noch nie bei einer Vorsorgeuntersuchung waren. Alleine im vergangenen Jahr betreute die Straßenambulanz 1.400 Patienten – darunter 170 Kinder –, über 800 waren nicht versichert. Eine Impfung für Kinder kostet 60 Euro.
  • Projekt „Für eine hoffnungsvolle Zukunft“ und „Ökumenische Wärmestube“ (Stadtmission Nürnberg)
    Die Stadtmission begleitet in ihrem Projekt „Für eine hoffnungsvolle Zukunft“ derzeit mehr als 500 sozial und finanziell benachteiligte Kinder und Jugendliche auf ihrem Weg in eine bessere Zukunft durch Hausaufgabenbetreuung und intensive Nachhilfe, regelmäßige gesunde Mahlzeiten, Leseprojekte, Schulförderungskurse für den „Quali“ sowie Freizeitangebote. Dadurch bekommen die Kinder Bestätigung und erleben Gemeinschaft, dürfen spielen und einfach nur Kind sein. Die Erfolge sprechen für sich: Fast alle schafften den „Quali“, bekamen Lehrstellen oder gehen auf eine weiterführende Schule.
    Die Ökumenische Wärmestube, die ebenfalls von der Stadtmission sowie von der Nürnberger Caritas betrieben wird, ist ein Zufluchtsort für wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen. Sie finden hier Essensangebote und Waschgelegenheiten ebenso wie Beratungs-, Hilfs- und Freizeitangebote.
  • Projekt „Mittagstisch“ (Evangelisches Stadtteilhaus leo)
    Das Stadtteilhaus leo in St. Leonhard/Schweinau steht für Teilhabe im Sinne eines gleichberechtigten und partnerschaftlichen Miteinanders. Der Mittagstisch bietet jeden Mittwoch ein kostenloses Essen für bedürftige Menschen. Jeder darf kommen, ein Armutsnachweis ist nicht nötig. Zum Angebot gehören auch eine Kleiderkammer und eine Beratungsstelle. Der Mittagstisch lebt in erster Linie vom Engagement ehrenamtlicher Mitarbeiter, entstehende Kosten müssen durch Spenden gedeckt werden.
  • Streetworkarbeit in St. Leonhard (AWO Kreisverband Nürnberg e.V.)
    Jugendliche und Erwachsene zwischen 14 und 27 Jahren werden zu und in allen Lebenslagen beraten. Die Streetworker vermitteln z.B. bei Problemen in der Schule, in der Arbeit, mit den Eltern, mit Polizei, Justiz und anderen Behörden. Sie helfen, beraten und begleiten vertraulich und auf Wunsch anonym auf der Straße, im Büro oder telefonisch.
  • Samstagsbrunch für Alleinerziehende (Evangelische Fachstelle Alleinerziehende Nürnberg)
    Mit dem vier Mal pro Jahr stattfindenden Samstagbrunch im Haus eckstein wird ein kostengünstiges Angebot für Alleinerziehende und ihre Kinder geboten, das für die Bewältigung des Alltags stärkt und entlastet, der Entspannung und der gesunden Ernährung dient und die Vernetzung unter den Alleinerziehenden fördert.
    Zuerst gibt ein entspannendes, bewegungs- oder körperorientiertes Angebot zum Mitmachen und Ausprobieren, wie z.B. Lachyoga. Danach können sich die Alleinerziehenden an einen liebevoll und lecker gedeckten Tisch setzen. Für eine kostenfreie pädagogische Kinderbetreuung ist ebenfalls gesorgt.
  • Projekt „Offener Mittagstisch“ (Christuskirche Nürnberg-Steinbühl)
    Neben dem Essen steht beim Offenen Mittagstisch vor allem das Gespräch im Vordergrund. Im kleinen Café neben dem Portal der Christuskirche treffen sich ein Mal pro Monat Menschen, die materiell bedürftig sind und andere, die auf der Suche nach etwas Ermutigung und praktischen Tipps für das Meistern einer Lebenssituation sind. Zubereitet werden die Speisen von Haupt- und Ehrenamtlichen, ein Seelsorger ist beim Mittagstisch immer dabei.
  • Projekt „MahlZeit“ (Dietrich-Bonhoeffer-Kirche)
    In Anlehnung an die Vesperkriche hat die Gemeinde im Februar den Kirchenraum für konfessions- und generationsübergreifende Bedürftige, aber auch Interessierte geöffnet. Für den symbolischen Preis von einem Euro bekamen die Gäste eine Woche lang eine täglich wechselnde Mahlzeit sowie Kaffee und Kuchen. Nicht nur das Essen, sondern auch Gemeinschaft und Kommunikation standen hier im Fokus. Eine Wiederholung ist angedacht.

Weitere Unterstützung
Zusätzlich zu den genannten Initiativen fördert die Sparkasse Nürnberg Armutsprojekte über ihre Stiftungen. Die Zukunftsstiftung ermöglichte zuletzt einen Kinderspielplatz an der Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlingsfamilien in der Regensburger Straße.

Und auch in der zweiten Jahreshälfte wird das Thema Armut weiter auf der Spendenliste stehen, unter anderem bei der eigenen Weihnachtsaktion „Rote Engel“.

Kontakt:
Tina Koller
Pressesprecherin
Telefon: 0911 2303171
tina.koller@sparkasse-nuernberg.de

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