Im Interview: Anton Gost von der Gründerpreisgruppe Readolution

Um nachvollziehen zu können, welche Arbeit für die Teilnehmer beim deutschen Gründerpreis für Schüler dahinter steckt, haben wir ein Interview mit Anton Gost vom Team Readolution geführt.

Hallo Anton,
beim deutschen Gründerpreis für Schüler musstet ihr euch ja zunächst überlegen, welches Produkt ihr neu auf den Markt bringen möchtet. Wie seid ihr denn auf die Idee gekommen, eine App zu vertreiben, die Texte scannt, vorliest und übersetzt?
Anton: Wir haben uns zunächst ein paar Tage zum nachdenken genommen, denn im echten Leben ist es ja normal so, dass man eine gute Idee hat und im Nachhinein dann das Unternehmen gründet. Hier war es ja umgekehrt: Unter der Voraussetzung ein Unternehmen zu gründen, musste man sich eine Produktidee überlegen. Bei einem gemeinsamen Brainstorming sind wir dann auf diese Idee gekommen, da Apps im Moment ja ein ganz großes Thema sind.

Da hast du Recht. Das stelle ich mir auch ziemlich schwierig vor, etwas Vernünftiges zu finden.  Aber mit der App hattet ihr ja eine super Idee. Man ist ja meistens kreativer, wenn man in einem Team zusammen arbeitet. Verlief die Arbeit bei euch immer reibungslos oder gab es auch ab und an Unstimmigkeiten zwischen euch? Wie waren denn die Aufgaben innerhalb der Gruppe aufgeteilt?
Anton: Wie du gerade gesagt hast: Im Team fällt vieles leichter und es macht auch mehr Spaß. Deshalb haben wir die meisten Aufgaben auch zusammen erledigt. Kleinere Aufgaben konnte man auch mal alleine machen. Ein Teammitglied hat zum Beispiel hauptsächlich den Kontakt zu unserem Partnerunternehmen gehabt. Hier wären verschiedene Ansprechpartner ja auch für das Unternehmen nicht sinnvoll gewesen. Stress zwischen uns gab es eher weniger. Manchmal hatten wir ein paar Meinungsverschiedenheiten bei der Arbeitsverteilung, wie das eben so ist: Manche Dinge macht jeder gerne und manche möchte keiner machen. Aber wir konnten uns immer einigen.

Ja das ist wichtig, dass die Zusammenarbeit im Team funktioniert. War denn, was die Aufgaben betrifft auch Bezug zu schulischen Themen da?
Anton: Der Bezug zu schulischen Themen hat eher gefehlt, da wir so spezielle wirtschaftliche Themen, wie eine SWAT-Analyse in der 9. Klasse nicht im Unterricht durchnehmen. Auch unsere Produktidee, hatte nichts mit der Schule zu tun.

Stimmt, da hätte der Englischlehrer bestimmt was dagegen, wenn in einer Schulaufgabe jeder den Text mit der App übersetzen lässt. In wie fern war denn der Gründerpreis für Schüler sinnvoll für euch?
Anton: Uns hat es dahingehend viel gebracht, da wir einen guten Einblick in das Geschäftsleben von Unternehmen erhalten haben. Zu dem haben wir natürlich durch die Aufgaben viel gelernt. Es kommt ja nicht immer darauf an, was im Unterricht durchgenommen wird. Ein Blick über den Tellerrand hat noch keinem etwas geschadet. Außerdem sind Soft-Skills wie Teamarbeit oder Vorträge halten auch sehr wichtig und die konnte man hier gut erweitern. Allerdings war die Teilnahme schon sehr zeitintensiv, gerade, weil auch außerhalb vom Unterricht daran gearbeitet werden musste.

Inwiefern musstet ihr denn Vorträge halten? Was war denn eure schwierigste Aufgabe?
Anton: Wir mussten bei unserem Partner – einem Marktforschungsunternehmen – einen Vortrag halten. Das ist ganz anders als in der Schule. Das war auch gleichzeitig unsere schwierigste Aufgabe. Dann hat auch noch unsere Powerpoint-Präsentation nicht funktioniert. Daraufhin mussten wir eine Stand-Alone Präsentation mit einem Whiteboard machen. Zum Glück hat es trotzdem relativ gut geklappt.

Super, dass ihr das dann noch so aus dem Stegreif hinbekommen habt. Kannst du dir denn vorstellen später ein Unternehmen zu gründen?
Anton: Prinzipiell könnte ich mir das schon vorstellen, allerdings müsste dafür natürlich alles stimmen und das Geschäftsmodell müsste so sicher sein, dass ich kein allzu großes  Risiko hätte. Ich glaube ich würde mich zunächst eher selbstständig machen und dann ein Unternehmen darauf aufbauen als sofort anzufangen Geld zu investieren und dann rote Zahlen zu schreiben.

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