Geld gefunden – behalten oder abgeben?

Ihr habt 20 Euro auf der Straße gefunden? Glückwunsch! Oder doch nicht? Werft besser einen Blick ins deutsche Fundrecht. Denn: Nicht alles, was ihr findet, dürft ihr einfach so behalten. Wir verraten euch, wie die Rechtslage aussieht.

Das dürft ihr behalten

Bleiben wir bei den 20 gefundenen Euro aus unserem Beispiel. Dürft ihr diesen Betrag behalten und davon eure Freunde zum Kaffee einladen?

Geht es nach dem Fundrecht, lautet die Antwort: Nein. Denn sobald ihr das Geld eines anderen findet, besteht ein gesetzliches Schuldverhältnis zwischen euch und dem eigentlichen Besitzer. Zumindest, wenn euer Fund einen Wert von zehn Euro übersteigt. Das gilt auch dann, wenn ihr einen Gegenstand findet, der mehr als zehn Euro wert ist – also zum Beispiel eine Brille oder ein Smartphone.

Beträge bis zehn Euro dürft ihr behalten. Genauso Gegenstände, die bis zehn Euro wert sind.

Der Finderlohn

Auch wenn es vielleicht nicht leicht fällt: Den 20-Euro-Schein, den ihr gefunden habt, solltet ihr zum Fundbüro bringen. Meldet sich der Besitzer, habt ihr einen Anspruch auf fünf Prozent Finderlohn. Fünf Prozent erhaltet ihr immer dann, wenn der Fund weniger als 500 Euro wert ist. Ab allem darüber sind es drei Prozent.

Taucht der Besitzer des Geldes über sechs Monate nicht beim Fundbüro auf, dürft ihr euch freuen: Der gesamte Betrag oder das gefundene Smartphone gehört dann euch.

Doch beim Finderlohn gibt es auch Einschränkungen. Entdeckt ihr in den Räumen einer Behörde oder in öffentlichen Verkehrsmitteln einen herrenlosen Gegenstand oder Geld, steht euch nur der halbe Finderlohn zu – und das auch nur, wenn der Wert über 500 Euro liegt.

 

Stephanie Öttl
Referentin Kommunikation

 

 

 

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