Der neue Garten auf der Stadtmauer – Von der grauen Maus zum grünen Paradies

Im April berichteten wir bereits von der Einweihung des Umweltprojekts „Mehr biologische Vielfalt auf der Stadtmauer“, einer Idee des Nürnberger Bündnis für Biodiversität. Das Referat für Umwelt und Gesundheit der Stadt Nürnberg hat in Zusammenarbeit mit dem Servicebetrieb öffentlicher Raum und dem Bund Naturschutz Nürnberg das Projekt gestartet. Das Ziel ist, Wissen über heimische Pflanzen zu vermitteln und gleichzeitig mehr Grün in den Zwinger zu bringen. Wir waren von Anfang an begeistert und haben das Projekt als Hauptsponsor auch die vergangenen Monate eng begleitet.

Vier Monate lang gruben, säten und pflanzten die 41 Schülerinnen und Schüler der Grundschule St. Johannis und der Knauerschule fleißig in ihren fünf Hochbeeten auf der Stadtmauer. Jeden Freitag trafen sich die jungen Gärtner mit den Naturpädagoginnen Barbara Philipp und Heide Werner vom Bund Naturschutz. Sie verwandelten die brachen Beete in blühende Gärten. Die eifrige Arbeit wurde schon bald mit der Ernte von Salat und Radieschen belohnt. Auch die Tomatensträucher trugen bald Früchte. Dem ersten Picknick stand mit selbstgezüchteten Leckereien nichts mehr im Weg. Doch nicht nur die Pflanzen und Kräuter aus den Beeten wurden zubereitet, sondern auch alles, was wild im Zwinger wächst. So zum Beispiel wurden schmackhafte Naturnachtische zubereitet, wie etwa in Pfannkuchenteig gebackene Holunderblüten. Auch weniger gut riechende aber sehr nützliche Rezepte brachten Philipp und Werner den Kindern bei, zum Beispiel wie man Brennessel zu Brennesseljauche ansetzt, was als natürlicher Dünger die Pflanzen gut gedeihen lässt.

Am 28. Juli war es dann soweit. Die jungen Gärtner luden bei strahlendem Sonnenschein alle Beteiligten des Projekts und ihre Eltern zu einem Sommerfest ein. Stolz zeigten sie, wie sie dem Zwinger in den vergangenen Monaten ein ganz neues Gesicht geben konnten: Von der grauen Stadtmauer zur grünen Oase mitten in der Innenstadt. Die Kinder trugen ein vielfältiges Naturbuffet auf, führten musikalische Beiträge vor und boten eine unterhaltsame Bildpräsentation über die Gartenarbeit dar. Als kleinen Nachtisch brachten wir einen leckeren Beerenkuchen zum Naturbuffet mit und überreichten jedem Schüler als Belohnung für den Fleiß und die tolle Arbeit ein kleines Präsent. Rundum zufrieden und mit viel Wissen über heimische Pflanzen und Kräutern sowie deren Aufzucht können die Kinder nun in ihre wohlverdienten Sommerferien starten.

Während der Sommerferien kümmern sich die Kinder abwechselnd um den Gießdienst, Philipp und Werner übernehmen die fachmännische Betreuung der Beete. So können im September die nachfolgenden Schüler der beiden Schulen mit neuen Ideen an die Arbeit gehen.

Alle Interessierten können sich vom bunten blühenden Garten auf der Stadtmauer noch bis Ende Oktober ein Bild machen. Der Zwinger ist täglich von 9.00 Uhr bis 21.00 Uhr geöffnet und für alle zugänglich. Der Eingang befindet sich direkt neben dem Turm der Sinne am Spittlertorgraben/Ecke Mohrengasse (Westtor).

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Sarah Schmoll
Juniorreferentin Umwelt

 

 

 

 

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