Der Brexit ist beschlossen – Was nun?

Die Briten haben gestern (23.06.2016) über die weitere Mitgliedschaft ihres Landes in der Europäischen Union abgestimmt und sich mehrheitlich für den Austritt entschieden.  

Insgesamt haben 263 von 382 Wahlbezirken für einen Austritt gestimmt. Je unversöhnlicher sich die Lager gegenüberstehen, desto knapper fallen die Ergebnisse des Referendums aus. In einem Drittel der Bezirke liegen die Resultate nur wenige Prozentpunkte auseinander – das heißt, die Mehrheit für Remain oder Leave liegt jeweils unter 55 Prozent.

brexitDie erste spürbare Folge des Brexits ist, dass der britische Premierminister Cameron bis Oktober 2016 zurücktreten wird.

Wie geht es weiter?

In Großbritannien dürften nach der Regierungsumbildung die Scheidungsverhandlungen mit der „RestEU“ beginnen. Sie dürften mehrere Jahre dauern.

Kurzfristig wird es kaum konjunkturelle Auswirkungen geben, da die Effekte des Brexit eher mittel- und langfristig angelegt sind. Der Handel zwischen Großbritannien und dem Festland dürfte zunächst unverändert weitergehen, später jedoch erschwert werden. Mittelfristig werden die Wachstumsraten in Deutschland und der „Rest-EU“ etwas geringer ausfallen. Man muss sich jedoch keine Sorgen um die deutsche Wirtschaft machen. Die Einbußen im Außenhandel sollten sich in Grenzen halten, da sie zumindest teilweise durch neue Märkte kompensiert werden können. In Großbritannien dagegen dürfte die wachsende Verunsicherung die Investitionsbereitschaft und den privaten Verbrauch dämpfen. Mittel- und längerfristig können sich in Großbritannien spürbare Wachstumsverluste, aber auch Chancen, abzeichnen.

Die Notenbanken dürften ihren expansiven geldpolitischen Kurs fortsetzen, möglicherweise sogar intensivieren. Die Renditen sollten daher noch länger auf einem noch niedrigeren Niveau verharren.

Am Aktienmarkt bleiben Titel international operierender Unternehmen sowie dividendenstarke Aktien auf jeden Fall interessant. Eine breite Diversifikation des Anlageportfolios bleibt auch weiterhin unerlässlich. Sie umfasst neben Aktie und Anleihen auch Engagements in Fremdwährungen und Gold. Aktuell sollten Aktienengagements grundsätzlich nicht verändert werden.

Haben Sie Fragen zum Brexit, dann wenden Sie sich an Ihren Kundenberater. Sie können uns aber auch anrufen (0911/230 1000) oder uns über die OnlineFiliale kontaktieren.

Alle Informationen können Sie auch der Haspa Markteinschätzung entnehmen.

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Katja Rauscher
Referentin Kommunikation

 

 

 

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